27.08.2018 / Blog / /

Die Aufwertung der Herdarbeit…

Als bestünde Familienarbeit und Hauswirtschaft aus Zoobesuchen, Manicure und irrem Blick in die Kochtöpfe.

Die Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm schreibt in der heutigen Aargauer Zeitung einen wichtigen Artikel über Teilzeit und Vollzeit arbeitende Väter. Die „Teilzeitler“ und die „Vollzeitler“. Dabei gehören die „Teilzeitler“ unterdessen offenbar zu den guten. Wie auch immer: Bei den Müttern ist die Terminologie anders. Da heisst es  „arbeitende“ und „nicht arbeitende“ Mütter. „Arbeitest du eigentlich noch?“ wurde ich jeweils gefragt. Als bestünde Familienarbeit und Hauswirtschaft aus Zoobesuchen, Manicure und irrem Blick in die Kochtöpfe. Schön, dass der Fokus auf die Väter fällt und interessant, dass erst dadurch Familienarbeit gegenüber Erwerbsarbeit aufgewertet wird. Nota bene: In Familien werden jährlich 6,5 Milliarden Arbeitsstunden geleistet. Von Frauen und Männern. Es ist an der Zeit, dass Kompetenzen in Hauswirtschaft, Familienarbeit und Pflege nicht einfach verächtlich als Herdarbeit abgetan werden und als Karrierekiller gelten, sondern endlich die nötige Anerkennung erfahren und als Kriterium für den Wiedereinstieg oder eine Ausbildung anerkannt werden. Diese Kompetenzen gehören gerade auch angesichts der zunehmenden Überalterung zu den grossen Zukunftsanforderungen.