02.06.2019 / Ich chome verbii / /

In der Tagesklinik.

Ambulant vor stationär. Durch die neuen Prozesse ist alles viel schneller geworden, auch für die operierenden Ärzte.

 

 

 

 

 

Ambulant vor stationär

Im Spital Muri arbeiten über 700 Angestellte. Mich interessieren im speziellen der Bereich Pflege und so besuche ich die Tagesklinik, so ich von Frau Hüsser begrüsst werde, welche mir den Tagesablauf erklärt. Seit September 2018 wird «ambulant vor stationär» umgesetzt. Dazu sind die Prozesse angepasst worden. Die Tage sind mit Operationen durchgeplant und durchgetaktet. Durch die neuen Prozesse ist alles viel schneller geworden, auch für die operierenden Ärzte. Die Planung erfolgt am Vortag durch den Anästhesisten. In der Tagesklinik werden ausschliesslich Patienten mit kleinen Eingriffen wie zum Beispiel Leistenbrüche oder handchirurgischen Eingriffen behandelt. Es stehen 6 Plätze für chirurgische Patienten zur Verfügung, d.h. ein Bett, Stryker genannt, und ein rollbarer Schrank.

Für jeden Patienten wird als erstes das sogenannte «sign in» gemacht. Der Patient bestätigt, dass er nüchtern ist und keine Blutverdünner eingenommen hat. Es wird abgeklärt und dokumentiert im IT-System mittels Checklisten, ob Allergien vorhanden sind, ob er einen Herzschrittmacher hat… Der Patient muss, um die Sicherheit zu gewährleisten, Fragen oft mehrere Male beantworten. Auch mental sollen Patienten für die Operation bereit sein. Bei grosser Nervosität zum Beispiel bekommen sie ein Beruhigungsmittel.  Die Gespräche der Patienten mit dem Anästhesisten und dem Chirurgen haben in den Vortagen stattgefunden. Die Befindlichkeiten von Patienten sind sehr unterschiedlich und auch Schmerzen werden unterschiedlich wahrgenommen. Interessanterweise weisen vor allem junge Männer eine grosse Sensibilität auf unter anderem auch bei der Blutentnahme…

Das Operationsteam besteht aus 4-6 Personen: Anästhesist, Anästhesiepflegefachperson, Chirurg, Operationspflegefachperson und bei Bedarf weiteren 1-2 Pflegefachpersonen.

Die Atmosphäre in der Tagesklinik wirkt freundlich,  effizient ohne die geringste Hektik. Sozusagen jeder Handgriff muss im IT-System erfasst werden, der sogenannten Kurve. Wann werden Betten, wo hin gestellt? Wann werden die Betten neu bezogen? Wieviel Zeit wurde dafür gebraucht? Welches Gespräch wird wann geführt und wie lange? Welche Hilfestellungen werden geleistet? Welche Medikamente abgegeben. Welche Spritze gemacht? Welche Fragen gestellt und beantwortet? Der administrative Aufwand ist gross. Er dient der Arbeitszeiterfassung, der Abrechnung für die Krankenkasse, der Sicherheit, aber letztlich auch der Absicherung bei möglichen Vorwürfen, beziehungsweise Nachverfolgung von möglichen Fehlern, welche passieren könnten. Mit Checklisten und Dokumentationen können sie bestmöglichst minimiert werden.

Im nächsten „Ich chume verbii“ besuche ich eine Spitalküche.