28.10.2011 / Wahlen / / , , ,

Danke!

Die Wahlen sind vorbei, und es ist mir ein grosses Bedürfnis zu danken. Danke für die Unterstützung, die ich im letzten halben Jahr erfahren habe. Sie hat mich motiviert in diesem Wahlkampf, den ich mit Herzblut und Leidenschaft geführt habe. Danke auch für das Resultat. Es bildet eine gute Ausgangslage für kommende Herausforderungen, denen ich mich gerne stellen würde.

Der Wahlsonntag war für viele überraschend, am allermeisten wohl auch für das Heer von Politologen, welche in einer Umfrage- und Prognoseschlacht sondergleichen das Wahljahr mitgestaltet haben. Dass neben CVP und FDP auch die anderen Bundesratsparteien samt SVP Haare lassen müssen, war nicht zu erwarten. Unter diesen Umständen ist die CVP schweizweit mit einem blauen Auge davongekommen. Zumindest was die Sitze betrifft.

Offenbar besteht wieder vermehrt ein Bedürfnis nach einem starken politischen Zentrum. Das ist die gute Nachricht. Dass die historisch staatstragenden Parteien immer mehr verlieren, die schlechte. Denn viele kleine Gruppierungen in der Mitte vermögen den Walzmaschinen von rechts und links weniger stand zu halten als eine oder zwei grosse. Das ist Physik.

Um die wichtigen Themen der neuen Legislatur zu meistern – Umbau der Energieversorgung Schweiz, Finanzierung der Verkehrs- und Bahninfrastruktur, Anpassung der Sozialwerke an die demographische Herausforderung, die sich anbahnenden Währungs- und Wirtschaftsprobleme, die Diskussion um die verschiedenen Freihandelsabkommen, das Bankgeheimnis, die Festigung des bilateralen Weges, die Migrationsproblematik und damit Raumplanung, Verkehr, Sozialversicherungen –, braucht es ein politisches Zentrum, das eine Position darstellt und nicht einfach nur Resultat bildet aus Forderungen von links und rechts. Um gute Ergebnisse und Kompromisse zu erzielen, muss ein Verhandlungspartner auf Augenhöhe sein. Die Mitte ist prozentual grösser geworden, jetzt muss sie beweisen, dass sie auch bestehen kann im Ringen um die richtige Lösung.

Was die CVP Aargau betrifft, habe ich mich vom Schrecken noch nicht erholt. Das ernüchternde Resultat verlangt nach einer kritischen Analyse, es gilt, die Lehren aus dem Debakel zu ziehen. Rundungspech hat mitgespielt, darf aber keine Ausrede sein.

Eine Analyse der ehemals bestimmenden Kräfte im politischen Zentrum ist dringend angesagt. Nicht das Produkt ist schlecht, es ist wohl die Verpackung. Wir würden ja ansonsten nicht über 84% aller Volksabstimmungen gewinnen. Inhaltlich überzeugen wir. Doch um Wahlen zu gewinnen, zählen in der heutigen medialisierten Welt immer mehr der Auftritt der einzelnen Persönlichkeiten und die Art, wie sie die Botschaften verkaufen. Bundesrätin Doris Leuthard ist ein gutes Beispiel, wie komplexe Inhalte auf attraktive und eingängige Weise vermittelt werden. Botschaften brauchen Medien, und diese setzen am liebsten auf Personen. Wer gut verkauft, gewinnt.

Wenn man den Versprechungen von glp und BDP Glauben schenkt, stehen auch diese Parteien für eine moderate, lösungsorientierte Politik. Für die Konkordanz. Für den Ausgleich. Für die politische Tradition der Schweiz, auf welcher unser Erfolgsmodell basiert. Die CVP hat als – wie sich vor den 2. Wahlgängen zu den Ständeratswahlen abzeichnet – stärkste Fraktion im bürgerlichen Zentrum die Aufgabe, eine Führungsrolle einzunehmen und die Politik der nächsten vier Jahre zu prägen. Die Blockaden zu brechen und den destruktiven Kräften und unheiligen Allianzen wirkungsvoll die Stirn zu bieten. Und zwar so, dass es wahr genommen wird.

Für mich gilt: jetzt erst recht. Ich bin überzeugt, dass es eine Volkspartei wie die CVP braucht. Sie ist ein Abbild der Schweiz, und ich werde mich mit grossem Engagement weiterhin für ihre Inhalte einsetzen.